Der alte Elbtunnel, ein Mysterium, welchem ich mich bislang immer fern hielt, bekam gestern meine Aufwartung. Ich wagte gestern den Gang durch eine der beiden Röhren – zum Glück nicht alleine, denn sonst hätte mich dort keiner reingebracht
Von außen ist er ja recht unspektakulär anzusehen, der Eingang. Ein paar Autoaufzüge, die die Einfahrt erlauben, zwei beglaste Personenaufzüge und natürlich eine Freitreppe, die durch den Schacht am Ende des Tunnels 24 Meter hinab in die Tiefe führt. Schonmal nichts für nicht schwindelfreie Zeitgenossen. Zum Glück hat man es bei den Treppen nicht mit Metallgitter-Bauweise zu tun, sonst hätte ich keinen einzigen Schritt in die Tiefe gewagt. Stattdessen sind Holzbohlen verbaut, was auch irgendwie nicht so den besten Eindruck machte aber nun gut. Mit etwas Überwindung unten angekommen tun sich die Ausfahrten der Autoaufzüge sowie die beiden Tunnelröhren auf, die sich in einer leichten Biegung unter der Elbe hindurchziehen. Wenn man denn schon unten ist beginnt der Gang durch eine der Röhren und insgeheim versucht man sich nicht vorzustellen, daß in etwa einem Meter über der Decke des Tunnels Millionen Liter Wasser daherfließen.
Die ca. 440 Meter Tunnelstrecke mit ihrem zu dieser Jahreszeit sehr angenehmen kühlen Klima sind recht schnell bewältigt. Gegen Ende des Tunnels bleibt schließlich nochmals ein Aufstieg über 24 Meter mit Hilfe eine der beiden Varianten – Aufzug oder Treppe. Voller Elan ging es die Treppe hoch, immer die Gedanken an die nächste Stufe verwendend um bloß keinen Blick nach unten zu riskieren
Es ist ein erhebendes Gefühl endlich wieder “festen” Boden unter den Füßen zu haben, nachdem man die letzte der Holz-Stufen verlassen hat und noch einmal hinab zu sehen in die Tiefe. Aber ich bin stolz es geschafft zu haben
Okay, ich dramatisiere die Lage vielleicht etwas, denn Millionen anderer Menschen sind bereits vor und werden vermtulich auch nach mir diese Röhren begehen.
Lustig war in dem Zusammenhang die Tatsache, daß in meinem gestrigen Horoskop – was ich heute morgen aber erst las – “Stellen Sie sich abends einer Herausforderung” stand
Wie war das noch, die Sterne lügen nicht – Astrologen aller Länder vereinigt euch!