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Pressemeldungen aus Deutschland

 |  Sonntag, 30. April 2017

„Nachtcafé: Markenzeichen Dialekt“

„Du, ganga mer gschwend a Bierle zischa?“ Wenn der Schwabe seinen neuen norddeutschen Kollegen nach Feierabend in die Eckkneipe einladen will, dann ist die erste spontane Reaktion ein irritiertes Stirnrunzeln. Für die einen ist er eine Liebeserklärung an die Heimat, für andere das Grauen: der Dialekt. Es wird gebabbelt, geschwätzt und geschnackt. Eines ist sicher: Lokalkolorit polarisiert. „Markenzeichen Dialekt“ darum geht es im „Nachtcafé“ am 30. Dezember, 22 Uhr im SWR Fernsehen. Mit dabei sind u. a. Harald Schmidt, Melanie Müller und Margit Sponheimer dieses Mal kommen die „Nachtcafé“-Gäste aus allen Ecken Deutschlands. Ein Gipfeltreffen in dialektaler Reinform.

Taschentiescher, Bliemchenkaffee und Hörnla „Höma, wenne dat probieren tus, dann bisse vonne Socken!“ Wenn der Ruhrpottler von seinem „Möhrenunternander mit Frikadelle“ schwärmt, dann stellen sich bei dem ein oder anderen die Ohren quer. Wenn die Sächsin nach „Taschentiescher“ oder einem „Bliemchenkaffee“ fragt, kann es gut sein, dass das Gegenüber erst mal „gor nüscht“ versteht. Der Franke wiederum macht aus einem Croissant ein „Hörnla“, die Konservendose heißt bei ihm „Biggsnfudda“. Wer im breiten Dialekt unterwegs ist, muss mit Verständigungs- und Akzeptanzschwierigkeiten rechnen.

Harald Schmidt, Exilschwabe Nürtingen. Wie oft fiel der Name seiner schwäbischen Heimat in seinen Shows. Harald Schmidt legte den Grundstein seiner Showmasterqualitäten bereits, als er die Treppe seines Elternhauses mit den Worten „Guten Abend, meine Damen und Herren“ hinab schritt. Seinen Heimatdialekt beherrscht der Exilschwabe perfekt: „Meine Herkunft ist der Humus, von dem ich heute noch zehre.“

Margit Sponheimer, Mainzer Fastnachtsikone Margit Sponheimer ist zwar in Frankfurt geboren, wurde aber als „Meenzer Mädsche“ zur Ikone. 40 Jahre lang war die Schlagersängerin aus der Fastnachtsszene nicht wegzudenken und wurde mit ihren Auftritten zur Kultfigur. Das Rheinhessische war immer ihr Markenzeichen: „Das hat für viele so was Heimeliges. Niemand sollte leugnen, aus welchem Stall er kommt.“

Plattdeutsch beherrscht Yared Dibaba wie seine Muttersprache. Obwohl der plattsnackende Moderator in Äthiopien geboren ist, fühlt er sich seit seinem vierten Lebensjahr im Norddeutschen heimisch: „Früher habe ich wegen meiner Hautfarbe kaum Jobs gekriegt. Als dann bei mir das Plattdeutsch dazu kam, war das auf einmal etwas Besonderes und ich ein gefragter Schauspieler.“

Melanie Müller, sächsische Dschungelcamp-Königin Auf der Beliebtheitsskala der Dialekte belegt Sächsisch regelmäßig den letzten Platz. Deshalb muss Doku-Star Melanie Müller auch permanent mit Vorurteilen kämpfen. Doch die Ex-Dschungelcamp-Königin steht zu ihrem Sächsisch: „Das klingt zwar immer ein wenig dümmlich und völlig unerotisch, doch das ist ein Vorteil. Denn wer unterschätzt wird, kann umso mehr punkten.“

Andrea Wittmann, bayerische Jodelweltmeisterin Hingegen ist Andrea Wittmanns oberbayerischer Dialekt fast überall ein Türöffner. Ihre Heimat Chiemsee liebt sie über alles, sie spielt Alphorn und musiziert mit Kuhglocken. Und ist amtierende Weltrekordhalterin im Dauerjodeln: „Ich liebe unsere Traditionen und bin auf meine Heimat sehr stolz. Dialekte sind einfach was Schönes, auch meine drei Kinder sprechen stark oberbayerisch.“

Seit über 30 Jahren ist Kabarettist Christoph Sonntag als Maultaschen- und Kehrwochenverfechter unterwegs. Jeder seiner Bühnenauftritte ist eine wahre Liebeserklärung an seine schwäbischen Wurzeln, der gebürtige Waiblinger preist die Schwaben für ihren Fleiß, Geist und Erfolg. Und er ist froh, dass die Schwaben mittlerweile ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt haben: „Als Schwabe kommt man mit so einem Minderwertigkeitskomplex auf die Welt. Völlig unnötig, denn wir sind vital, zwar etwas demütig, aber weltoffen.“

Ariane Willikonsky, Sprachtherapeutin

Die Sprachtherapeutin Ariane Willikonsky weiß, welch verheerende Wirkung Dialekte haben können: Dates können nach wenigen Minuten platzen, Bewerbungen scheitern, Karrieren vorschnell enden. Deshalb lehrt sie in ihrem Sprechinstitut Hochdeutsch als Fremdsprache. Die Sprecherzieherin ist überzeugt: „Das Wesen der Menschen spiegelt sich in ihrer Sprache.“

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Karen Schuller,
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"Nachtcafé: Markenzeichen Dialekt"
SÜDWESTRUNDFUNK Nachtcafé - Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher jeweils freitags um 22:00 Uhr im SWR Fernsehen. Michael Steinbrecher. © SWR/Alexander Kluge, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung und bei Nennung "Bild: SWR/Alexander Kluge" (S2). SWR-Pressestelle/Fotoredaktion, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22287, Fax: -929-22059, foto@swr.de Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7169 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/SWR - Südwestrundfunk"