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 |  Samstag, 24. Juni 2017

neues deutschland: Alfred Grosser: Frankreichs Sozialisten sind sich zu schade, zu den Menschen zu gehen

Berlin Die Vorsitzende der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, wird nach Überzeugung von Alfred Grosser nicht die künftige Präsidentin Frankreichs. Dies äußert der Pariser Politologieprofessor in einem Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Wochenendausgabe). Er teile entsprechende Befürchtungen in Deutschland nicht. Grosser schließt jedoch nicht aus, dass Marine Le Pen es in die nächste Runde schafft und räumt ein: „Wenn sie 35 Prozent in der Stichwahl bekäme, würde das Kapital flüchten. Ich sehe aber keinen Grund für Unkenrufe.“ Sein Favorit ist Emmanuel Macron.

Das Erstarken der FN und deren hohen Umfragewerte erklärt Grosser aus „der großen Unzufriedenheit mit der Politik, die es in fast allen europäischen Staaten gibt, und einer Praxis, die früher den Kommunisten eigen war: Man geht zu den Menschen, scheut nicht davor zurück, im Hinterhof mehrere Treppen hoch zu steigen und auch die alten Leuten aufzusuchen, um sie zu überzeugen. Dafür sind sich unsere Sozialisten, die sich für eine Partei der Intellektuellen halten, zu schade.“

neues deutschland Redaktion

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