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 |  Mittwoch, 28. Juni 2017

neues deutschland: Gewerkschaft will, dass in der DDR ausgebildete Grundschullehrer Rektoren werden können

Berlin Der Berliner Landesverband der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will sich dafür einsetzen, dass sich in der DDR ausgebildete Grundschullehrer (Lehrer unterer Klassen, LuK) zum Rektor oder Konrektor fortbilden lassen können. Die GEW-Landesvorsitzende Doreen Sieberik sagte der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Dienstagausgabe), es sei an der Zeit, „die historische Ungleichheit glatt zu ziehen“.

Bisher können sich diese Lehrer, auch wenn sie nach der Wende verbeamtet wurden, nicht auf sogenannten Funktionsstellen bewerben, weil ihnen das Abitur fehlt. Es gibt in Berlin laut Senatsbildungsverwaltung 1800 sogenannte LuK-Lehrer. Doch auch Studienräte für weiterführende Schulen können sich nicht auf einen Grundschulleiter-Posten bewerben.

Die GEW will nun einen entsprechenden Antrag in die Anhörung des Gesetzesentwurfs zur Novellierung der Beamtenlaufbahn einbringen. Der Entwurf wird derzeit im Abgeordnetenhaus beraten, weil der rot-rot-grüne Senat die Besoldung der Grundschullehrer anheben will.

Auch Regina Kittler, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, befürwortet eine Neuregelung: „Wenn jemand 30 Jahre als Lehrer gearbeitet hat, sollte man wenigstens das Tor aufmachen, dass er als Konrektor arbeiten kann.“

Das „nd“ berichtet von einer Pankwower Grundschullehrerin, der die Weiterbildung zur Schulleiterin mit dem Hinweis verweigert worden war, dass sie nicht die Laufbahnvoraussetzungen erfülle.

Mitte Juni fehlen in Berlin laut Senatsbildungsverwaltung 64 Schulleiter, 15 davon an Grundschulen. Noch mehr freie Stellen gibt es für Konrektoren: Hier sind 99 Stellen unbesetzt, davon 63 an Grundschulen. Der Senat hatte Anfang Juni bekannt gegeben, die höhere Besoldung für Konrektoren vorzuziehen und ihnen ab 1. Januar 2018 mehr Gehalt zu zahlen. Ziel ist es, die Attraktivität dieses Berufes zu erhöhen. Die Regelung betrifft etwa 390 Konrektoren.

neues deutschland Redaktion

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