Presse News

|

Pressemeldungen aus Deutschland

 |  Sonntag, 30. April 2017

neues deutschland: Rechtsextremismus-Experte Klein: Bundeswehr ist attraktiver Arbeitgeber für Neonazis

Berlin Für den Rechtsextremismus-Experten Markus Klein vom Institut für Gemeinwesenberatung (demos) sind die am Wochenende bekannt gewordenen 275 rechtsextremen Verdachtsfälle in der Bundeswehr wenig überraschend. Die Armee sei schon immer ein attraktiver Arbeitgeber für Menschen mit rechtsextremem Gedankengut gewesen: „Für Menschen, die Probleme nicht intellektuell lösen, sondern mit Gewalt ist die Bundeswehr ein interessanter Arbeitgeber bzw. Ausbilder. Dort lernen sie ein Handwerk, das für sie perspektivisch von Nutzen sein kann“, so Klein gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Onlineausgabe). Aus diesem Grund könne sich Klein auch gut vorstellen, dass die bekannt gewordenen Fälle nicht das ganze Ausmaß widerspiegeln und die Dunkelziffer viel höher liegen könnte. Für die Zukunft rät der Rechtsextremismus-Experte, durch Sensibilisierungen innerhalb der Bundeswehr eine höhere Aufmerksamkeit für das Problem zu schaffen: „Die Bundeswehr muss sich bewusst machen, dass sie für Rechtsextreme attraktiv ist und sich dahingehend klar dagegen positionieren.“

Wie durch eine parlamentarische Anfrage bekannt wurde, sind im Jahr 2016 bei der Bundeswehr 143 Fälle und für das Jahr 2017 bereits 63 Vorfälle in den Bereichen Extremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gemeldet worden. Insgesamt prüft der Militärische Abschirmdienst (MAD) derzeit 275 rechtsextreme Verdachtsfälle.

neues deutschland Redaktion

Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell