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 |  Montag, 26. Juni 2017

Sheryl Sandberg: „Als Mutter trauert man doppelt“

Hamburg Sheryl Sandberg, 47, Geschäftsführerin von Facebook, beschäftigt sich seit dem plötzlichen Tod ihres Mannes Dave Goldberg vor zwei Jahren intensiver mit den Schicksalen anderer Menschen, „weil ich ihnen helfen möchte, sich keine Selbstvorwürfe zu machen“. Der Moment ihrer größten Verzweiflung sei gewesen, als sie ihren Kindern, heute neun und elf Jahre alt, sagen musste, dass ihr Vater gestorben war. „Ich hatte das Gefühl, darin versagt zu haben, sie zu schützen“, sagt Sandberg im Interview mit dem Magazin BRIGITTE (Heft 14, ab 21. Juni im Handel). „Als Mutter trauert man doppelt, für sich selbst und seine Kinder.“

Die Kinder seien nach wie vor „traurig, vermissen ihren Vater, fangen an, ihn zu vergessen, und das macht sie noch trauriger. Sie waren sehr jung, als Dave starb. Es gibt Augenblicke, in denen sie ängstlich zu mir kommen und sagen: Ich kann mich nicht an Daddy erinnern, Mom.“ Sandberg sagt, sie mache nun dauernd Videos ihrer Familie, um möglichst viele Momente festzuhalten.

In dem Interview redet sie offen über die Zeit nach dem Tod. „Ich ging zur Arbeit und machte Fehler, ich war unkonzentriert, schlief in Konferenzen ein.“ Doch zur Arbeit zu gehen sei besser als zu Hause zu sein. Zur Trauerbewältigung habe sie in den ersten acht Monaten jeden Abend drei Dinge aufgeschrieben, die ihr am Tag gelungen waren, „banale Dinge wie: Ich habe heute einen guten Cappuccino gekocht. Dann war irgendwann mein Selbstvertrauen zurück.“ Das Gefühl von Glück jedoch sei nach wie vor noch nicht zurückgekehrt.

Zu ihrer neuen Beziehung mit Robert Kotick, mit dem sie zehn Monate nach dem Tod ihres Mannes öffentlich auftrat und dafür verurteilt wurde, sagt Sandberg, dass man Männern eine neue Partnerschaft eher erlaube als Frauen. „Männer daten häufiger und schneller wieder, über Frauen wird viel strenger gerichtet. Mich regt das auf, das ist Sexismus. Über mich wurde öffentlich harsch geurteilt, privat aber bekam ich Unterstützung, meine Schwiegereltern waren für mich da. Ich hatte nicht vor, noch mal zu daten, ich hatte ja den Menschen schon gefunden, mit dem ich mein Leben verbringen wollte.“

Sheryl Sandbergs neues Buch „Option B“ (Ullstein) handelt von ihren Erfahrungen und vom richtigen Umgang mit Trauernden. Der Austausch mit anderen Betroffenen im gleichnamigen Online-Netzwerk helfe ihr „auf tiefe Weise“, sagt Sandberg.

Maike Pelikan Stellv. Leiterin Markenkommunikation Gruner + Jahr GmbH & Co KG Tel: +49 (0) 40 / 37 03 21 57
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