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 |  Montag, 22. Mai 2017

Westfalenpost: EU-Beitritt der Türkei

Hagen Das klare „Nein“ spricht sie noch immer nicht öffentlich aus. Aber im kleinen Kreis lässt Angela Merkel schon seit Langem keinen Zweifel mehr daran, dass ein EU-Beitritt der Türkei für sie nicht in Frage kommt. Eigentlich hatten die Verhandlungen zwischen Ankara und Brüssel schon vor dem Putschversuch keine Chance auf Erfolg. Jetzt entfernt sich Erdogan zunehmend vom Wertesystem des Westens. Das Argument, eine EU-Mitgliedschaft würde den Sultan vom Bosporus schon zügeln, zieht nicht mehr: Der Mann ist radikal und beratungsresistent. Seine Partner sucht er sich jetzt im Osten. Alle aktuellen EU-Mitgliedsländer lehnen die Türkei als Mitglied ab. Frankreich hat sogar eine Volksabstimmung an den möglichen Beitritt gekoppelt. Um das Ergebnis vorherzusagen, bedarf es keiner seherischen Fähigkeiten. Schon jetzt ist die Staatengemeinschaft mit der Komplexität der Probleme überfordert, der Nationalismus in Europa nimmt zu. Bundeskanzlerin Merkel sollte den Mut aufbringen, auch öffentlich deutlich Stellung zu beziehen. Die Türkei wird auf absehbare Zeit nicht Mitglied der Union. Am meisten bedauern sollten das nicht die Kern-Europäer sondern die Menschen in der Türkei.

Westfalenpost Redaktion